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 Über die Käseralpe   zum Schneck

 

Sonntag, 26. Juni 2005

 

Früh am Tag, lange bevor die Sonne aufgeht, mache ich mich auf den Weg. Heute mal ohne Hund, an seiner Stelle liegt mein altes Centurion-Kodiak-Bike im Kofferraum.

Ich fahre nach Oberstdorf. Auf dem Weg dahin höre ich das gigantische „OVO“ von Peter Gabriel. Und, genau im richtigen Moment, die Musik ist gerade so was von passend, theatralisch würden schlaue Leute sagen, tauchen die Allgäuer Alpen im ersten Sonnenlicht vor mir auf. Ein unbeschreibliches Gefühl. Zuerst das mir wohlbekannte Rubihorn, das Nebelhorn, die Zacken des Daumenmassivs, die gesamte Oberstdorfer Bergwelt tut sich vor mir auf.

Ich baue mein Rad zusammen, Helm auf und los, der Weg zum Oytalhaus ist gar nicht so leicht zu finden. Um Zeit zu sparen will ich mit dem Mountainbike bis zur Käseralpe hoch fahren.

Auf den ersten Kilometern stellt sich das dann auch als supergute Idee heraus. Durch das Oytal fahrend bin ich in weniger als einer Stunde schon beim Oytalhaus. Zu Fuß wären das eineinhalb Stunden gewesen. Zur Unteren Gutenalp komme ich dann auch schnell, die Steigung dorthin hält sich meistens in Grenzen. Durchgehend gut fahrbar.

Zur Käseralpe, wo ich das Bike abstellen will, geht es dann richtig steil hoch. Dazwischen sehe ich die Wandfluchten der Höfats, unbesteigbar, so steil sind die Grashänge. Zwischen Himmelhorn zur linken und dem Seilhenker zur rechten fahre ich entlang dem Laufbach aufwärts.

Nach einigen Kehren auf dem Alpweg, der ist zwar mit uraltem Teerbelag entschärft, aber unsäglich steil, komme ich endlich zur Käseralpe. Spaß ist anders!

Das Rad kann ich hier bedenkenlos abstellen, Diebe gibt es hier oben nicht.

Die Bergschuhe anziehen, gut schnüren, alles was ich nicht brauche bleibt hier.

Es kann losgehen. Durch die Latschenzone komme ich zur Wildenfeldhütte auf 1692 Meter. Nur ein paar hässliche Betonwassertröge für das Weidevieh sind hier, nach einer kleinen Pause ziehe ich weiter. Dem Himmelhorn entgegen. Bei einem fast senkrecht abfallendem Geröllfeld kommt mir ein Wanderer entgegen, wir wechseln ein paar Worte, kommen irgendwie aneinander vorbei, dann geht jeder seinen Weg weiter.

Nun bin ich auf dem Himmelecksattel, 2007 Meter hoch gelegen. Auf steilen, aber gut begehbaren Trittstufen komme ich zum Vorgipfel des Schneck, dem Ziel meiner Tour.

Nun sehe ich den Gipfel direkt vor mir. Sieht nicht so richtig schwer aus, der Weg dort hinauf. Aber auch nur auf den ersten Blick.

Meinen Rucksack lege ich vorsichtshalber auf dem Vorgipfel ab, die Beschreibung aus dem Tourenführer lässt böses erahnen. Also, bloß kein Gepäck.

Die ersten Meter sind einfach, sofern man schwindelfrei ist. Bin ich, also weiter. Nun fängt der Messerscharfe Gipfelgrat an. Rechts und links von mir geht es fast senkrecht unendlich weit in die Tiefe, über mir nur der extrem steile Gipfelgrat. Die Bedeutung „Grat“ erfährt hier, für mich jedenfalls, eine andere Dimension.

Ich fühle mich unsicher, Angst kommt auf. Ich kehre um.

Das steile Geröllfeld vom Anstieg ist beim Abstieg noch schwieriger zu queren. Nur an vereinzelten Grasbüscheln finde ich ein wenig halt.

Endlich wieder bei der Käseralpe!

Bei der Abfahrt merke ich, dass ich meine Kurbeln nicht mehr durchtreten kann. Das Tretlager hat sich bei der steilen Auffahrt zur Käseralpe endgültig verabschiedet. Die Kurbeln kommen an den Hinterbaustreben nicht vorbei. Gut ist, dass es nur bergab geht, meistens. Im „Rollerstil“, Sattel ganz unten, komme ich wieder zum Parkplatz. Hey, ich bin ein wenig stolz auf mich heute! Ich habe Mut bewiesen, den Mut zur Umkehr!

 

 

        

 

Die Tour zum runterladen

gpx

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Karte

         

            

 


 

   

 

 

 

 

 

 

Das Himmelhorn

Laufbacher Tal

Heute nicht - der Gipfel vom Schneck

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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