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Mountainbiketour über
den Hochgrat ins Leckner-Tal, weiter zum Hochhädrich und über das
Imberghaus wieder zurück zur Talstation der Hochgratbahn.
Ein wirklich Goldener Oktober
hat sich stabil eingerichtet! Genau richtig, um das etwas vernachlässigte
Mountainbike mal wieder „auszuführen“.
Irgendwann bei einer
Bergwanderung, der Rückmarsch führte vom Hochgrat runter zur
Talstation der Hochgratbahn (870m), habe ich für mich beschlossen, dass
ich diesen Berg von dieser Seite aus niemals mit dem Bike fahren werde.
Aus gutem Grund. Im oberen Teil besteht der Weg aus einer übelst
steilen Schotterpiste, der untere Teil bis kurz nach der Unteren
Lauchalpe (990m) ist ein asphaltierter Alpweg. Nein, dass muss ich nicht
haben.
Nun ist es ja so, dass der
Hochgrat nicht sehr weit weg ist, eine respektable Höhe aufweist und
quasi das „Tor“ ins Gunzesrieder Tal und ins Lecknertal ist. Beides
wäre auch gut von der Gunzesrieder Seite aus zu erreichen. Nur würde
die Tour dann komplett um die Nagelfluhkette herum führen. Habe ich
schon gemacht, gut siebzig Kilometer sind dabei zurück zu legen. Für
heute ist mir das dann doch zu viel. Also fahre ich eben, seis´ drum,
doch hier hinauf. Geht schon! 
Gleich auf den ersten Metern
steigt die Straße ziemlich steil an. Nach dem ersten Weiderost wird es
dann bis zur Unteren Lauchalpe etwas flacher. Bald nach der Unteren
Lauchalpe geht der bis dahin asphaltierte Alpweg in einen Schotterweg über.
Es ist Oktober, aber in den kurzen Radklamotten ist es keineswegs zu
kalt. Die Sonne brennt noch ordentlich, der Schweiß fließt in kleinen
Rinnsalen vom Helm runter, schön zwischen und in die Augen.
Die Steigung auf dem ersten
Schotterstück beträgt bestimmt an die zwanzig Prozent. Viele Wanderer
sind unterwegs, auf dem groben Schotter sind immer wieder Balanceakte nötig,
um an ihnen vorbei zukommen. Wenn die Wanderer nicht wären, würde ich
wohl ab und zu mein Bike schieben, viel langsamer wäre ich so nicht.
Aber diese „Blamage“ will ich, soweit wie es nur geht,
hinausschieben. Bis zur Oberen Lauchalpe auf gut 1400m schaffe ich das
auch. Wenn auch nur mit Mühe.
Ab hier wird es dann richtig böse.
Der bis hierher schon sehr grobe Schotter geht nun in zum Teil Faustgroße
Brocken über, der Weg ist theoretisch zwar noch fahrbar, aber ein
kleiner Wackler bringt mich zum stehen. Hier hilft nur noch Schieben,
zum Glück brauche ich keinen Spott der immer noch zahlreichen Wanderer
ertragen. Manche haben mit dem total durchgeschweißtem Kerl sogar
Mitleid und spenden Trost.
Meine Schiebepassage dauert aber
nicht gar zu lange, das letzte Stück ist fahrbar. Aber nur unter
allergrößter Anstrengung. Die Bergstation der Hochgratbahn auf 1704m
ist ein guter Platz für eine Verschnaufpause.
Ab nun
wird es spaßig, mein Weg führt mich auf einem Pfad abwärts zur Oberen
Gelchenwangalpe auf 1570m. Durch ausgewaschene Rinnen und ausgetretene
Pfadspuren macht die Abfahrt mächtig Spaß, nur schade dass das Vergnügen
viel zu bald ein Ende findet. Ein letzter Anstieg, die Scheidwangalpe
auf 1317m wird erreicht. Schnell ein Apfelschorle, dann geht es weiter.
Das
Lecknertal, in dem ich nun bin, ist landschaftlich ein echter Genuss,
eingerahmt von Nagelfluh und den Balderschwanger Bergen zieht es sich
sanft hinunter nach Hittisau. Nicht spektakulär, aber einfach schön zu
fahren. Am Anfang noch eine im Verfall begriffene befestigte Piste, bald
schon aber schöne Wanderwege mit kurzen Traileinlagen, machen die
Abfahrt zum fast schon entspannenden Vergnügen. Ein Halt am kleinen
Leckner See muss sein! Ab hier geht es auf Asphalt weiter nach Hittisau.
Hier darf ich zunächst mal einen Platten im Hinterrad beheben. Es ist
immer noch schweißtreibend warm, wer hätte das gedacht!
Der
kommende Abschnitt dieser Tour ist ein weiteres Stück wirklicher
Plagerei. Auf Asphalt geht
es ziemlich steil hoch zum Hochhädrich. Eher was für ein
Bergzeitfahren mit dem Rennrad. Mit dem Mountainbike macht das kein
Vergnügen. Nächstes mal werde ich diese Tour auf anderen Wegen fahren,
auch wenn dabei ein längeres Schiebestück in Kauf genommen werden
muss! Aber heute bin ich hier und eine alternative gibt es nicht mehr.
Also, zusammen reißen und hoch!
Nach gut vierhundert Höhenmetern
hat die Schinderei beim „Almhotel Hochhädrich“ endlich ein Ende.
Ich bin, trotz der fast schon grausamen Kulisse, froh hier zu sein. Es
geht ab nun nämlich bergab, die kurzen Gegenanstiege sind heftig, aber
nicht allzu lange.
Ein schöner Trail führt mich
zur Hochwiesalpe, ab hier beginnt dann ein längeres Stück von
asphaltiertem Alpweg, der auch von Bussen benutzt wird. Es gibt hier auf
dem Imbergkamm einige Haltestellen, die Wanderer können hier zu steigen
und so bequem ins Tal befördert werden.
Ich nehme nach dem Imberghaus
den Weg zur Oberen Bergmoosalpe. Hier ist es endlich wieder ruhig, kein
Mensch ist mehr unterwegs. Auch die Bikerei macht wieder richtig Spaß,
bis Lanzenbach geht es teilweise heftigst abwärts. Auf Wegen, wie sie
sich der Mountainbiker wünscht!
Fazit: Schöne Tour, auch wenn
der Anstieg zur Hochgratbahn-Bergstation sehr anstrengend ist. Ab der
Gelchenwangalpe werde ich das nächste mal die E5 Alternativ-Route durch
den Obergelchenwangtobel versuchen, die dann vor dem Leckner See wieder
auf die beschriebene Tour führt. Und dann, vor Hittisau, bei Gfäll den
Pfad durch den Kurzentobel zur Gwschendalpe testen. Von hier kommt man
dann auch zum Hochhädrich. Das verleiht dieser Tour den letzten
Schliff, hoffe ich mal. Aber darüber werde ich sicher noch berichten,
in 2010. Wenn der Schnee dann weg ist.
40 Kilometer, 1600 Höhenmeter,
Fahrzeit ca. 4 Stunden
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