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Richtiges "Sonntagswetter" ist für
heute angekündigt. Das bedeutet für Sigmund und mich früh
aufzustehen, die Mountainbikes in den Kofferraum zu verladen und ins
Nahe Allgäu zu fahren.
Nach einer knappen Stunde Fahrtzeit kommen wir in
Immenstadt an. Auf einem Supermarktparkplatz stellen wir das Auto ab,
bauen die Räder zusammen und fahren zunächst auf dem Illerradweg nach
Blaichach. Über Hüttenberg und Bettenried geht es auf steil
ansteigender Straße nach Ofterschwang.
Es ist nun zehn Uhr, die Temperatur ist schon sehr
Hochsommerlich und wäre für ein hitzefrei gut. Weiter steil ansteigend
auf einem Wanderweg erreichen wir die Eggalpe auf ca. 1200
m.
Unser
Weg zum Ofterschwanger Horn, dem ersten Gipfel der Tour, ist gut
ausgeschildert. Am Bergrestaurant "Weltcuphütte" halten wir
uns dann aber rechts, um nicht den Forstweg nehmen zu müssen. Die
letzten Meter zum Gipfel des Ofterschwanger Horns (1406 m ) müssen wir
die Bikes schieben, der Gipfelgrashang ist mächtig steil.
Zeit für eine kleine Pause, ein obligatorisches
Gipfelfoto wird von einem der Mädels, die auch gerade dort oben ein
Päuslein machen, dankenswerter Weise gemacht.
Auf weglosem Gelände fahren wir nach unserer
kleinen Rast runter zum Wanderweg. Das erste Highlight des Tages liegt
hinter uns. Wir müssen nun denselben Weg, den wir hier hoch genommen
haben, ein Stück zurück fahren. Damit kommt das GPS nicht so recht
klar. Nach einigem Hin und Her finden wir dann aber doch den winzigen
Pfad, der uns 400 Höhenmeter abwärts zur Angerhütte bringt. Das geht
nicht ganz ohne Probleme vonstatten, bei einer Treppenpassage springe
ich noch rechtzeitig vom Rad ab und lege die nächsten Meter tragend
zurück. Sigmund verpasst den Absprung, mit einem zirkusreifen
Überschlag erreicht er aber unversehrt das Ende der Treppe. Treppe
bedeutet hier ein mit Stufen und Querhölzern versehenes Pfadstück. Die
Stufenhöhe variiert von 30 cm bis zu einem halben Meter. Also schon
eher was für Akrobaten.
Zunächst leicht ansteigend fahren wir zur
Grafenalpehütte auf 1100 Meter. Ab hier ist bis zum Hubertushaus
auf 1480 Meter schieben angesagt. Dafür, als Lohn für unsere Mühen,
geht es die folgenden acht Kilometer bis zur Straße, die von Gunzesried
zum Pass Scheidwang führt, nur bergab.
Wir sind nun auf 955 Meter ü. NN. Auf zum Glück
teilweise schattiger, steil ansteigender Straße kommen wir zur
Scheidwang-Alpe auf 1317 Meter. Zeit für ein Apfelschorle.
Ab jetzt geht es erst einmal richtig zur Sache.
Zunächst auf üblem Asphaltbelag, dann auf Schotterweg, der teilweise
so steil ist, dass es nur noch schiebend voran geht, kommen wir zur
Oberen Gelchenwang-Alpe auf 1626 Meter. eine echte Qual, zumal bei der
Hitze.
Es
geht nun ein paar Höhenmeter abwärts, eine Viehtränke ist eine
willkommene Gelegenheit anzuhalten und den Schweiß abzuwaschen. Von da
an geht es nur noch bergauf. Aber richtig! Meist gerade noch fahrbar,
aber eben nicht immer. Ein paar übriggebliebene Schneefelder zwingen
zum Schieben.
Wir sind auf dem Weg zum Hochgrat, es sind hier
natürlich auch viele Wanderer unterwegs. Auf dem schmalen Pfad ist ein
Vorbeikommen fahrend gar nicht möglich, also heißt es immer wieder
absteigen, schließlich sind es Wanderwege, auf denen wir fahren. Also
haben die Fußgänger eben einfach "Vorfahrt". Das sollte man
respektieren, sonst werden diese Wege irgendwann für Radfahrer
gesperrt!
1720
Meter hoch sind wir am Ende dieses Pfades, eine kurze Abfahrt zum
Hochgrathaus folgt und dann eine wohlverdiente Pause. Die Aussicht von
hier oben ist nach allen Richtungen wirklich sensationell! Ein wirklich
lohnendes Ziel, trotz aller Anstrengungen, die nun hinter uns
liegen.
Es folgt die teilweise schwer zu fahrende Abfahrt
zur Talstation der Hochgratbahn. Es ist noch früh im Jahr, der Fahrweg
ist noch nicht überall von den winterlichen Schäden gerichtet. An die
900 Höhenmeter geht es nun runter, trotz Scheibenbremsen spürt man die
Hände deutlich.
Ab der Talstation geht es wieder bergauf, erst
leicht, dann immer steiler. Zwischen Denneberg und Nagelfluhkette
fahrend, immer oberhalb der Weißach entlang, kommen wir zur "Hohen
Brücke". Immer weiter ansteigend erreichen wir das alte Jagdhaus
Ehrenschwang. Weiter bergan, immer dem Verlauf der Weißach folgend, die
hier nur noch ein kleiner Bach ist, überqueren wir sie schließlich
mittels einer Holzbrücke.
Aber hier wird es wieder spaßig, ein fahrbarer,
aber teilweise verblockter Pfad führt hoch zur Roßalpe. Ein echtes
Vergnügen! Aber auch anstrengend. Auf 1350 Meter Höhe erreichen wir
die Seifenmoosalpe. Als ob es nicht schon reichen würde, nehmen wir
die 70 Höhenmeter hinauf zum Kemptener Naturfreundehaus auch noch mit.
Es gibt hier immer leckere Sachen zum Essen, auch isotonische Getränke
werden verkauft. Also Zeit für eine Einkehr, den Rest unseres Weges
können wir es rollen lassen, nach Immenstadt geht es von nun an nur
noch bergab.
Tolle, aber sehr anstrengende Tour. Sollte man im
Herbst mal machen.
70 km, 2500 Höhenmeter
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Karte
und Download |
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